Dunkle Zeiten

Wir haben einen schönen, sonnigen Sommer erlebt und danach folgte ein farbenfroher Herbst, der uns nochmals mit warmen Temperaturen verwöhnte. Die bunten Herbsttage neigen sich dem Ende zu. Vergangene Woche feierten wir Halloween. Noch haben wir vielleicht die leuchtenden Kürbisse vor Augen. Mit der Winterzeit dämmert es abends früher. Aber nicht nur das Wetter und die äusseren Umstände werden dunkler. Auch in unserem Innern wird es ruhiger. An Allerheiligen und Allerseelen haben wir den Verstorbenen gedacht. Vielleicht waren wir auf dem Friedhof und haben uns mit Familienangehörigen oder Freunden an einem Grab getroffen. Die Trauer begleitet uns jedoch nicht nur im grauen November. Das Abschiednehmen kann uns jederzeit treffen und auch andere Gesichter haben. Wegen einer schweren Krankheit oder Demenz müssen geliebte Menschen daheim oder in Institutionen gepflegt werden. Der Ehemann oder die Mutter verändern sich, es heisst sich vom gemeinsamen Alltag zu verabschieden. Dann werden auch sonnige Tage dunkel. Es heisst dann Kraft sammeln, sei dies im Gebet oder indem Unterstützung gesucht wird für die schwierige Zeit und auch danach. Die freiwilligen Begleitpersonen der Palliative Care sind so ein mögliches Entlastungsangebot für pflegende Angehörige. Diese Woche fand ein Informationsanlass zur Schulung durch das Rote Kreuz statt. In unserer Seelsorgeeinheit ist im kommenden Jahr die Schaffung eines Trauercafés geplant. Dabei sollen auch Erinnerungen an verlorene Lieben gepflegt und wiederbelebt werden. Damit die dunklen Seiten der Trauer weichen können für die helleren der Erinnerung. Für alle Arten von dunklen Zeiten wünschen wir Ihnen Kraft und Gottes Segen.

Nadia Miriam Keller und Eveline Beroud