Sanierung der Pfarrkirche St. Franz Xaver und Neugestaltung des Innenraumes

Einleitung

Die röm.-kath. Kirche von Münchenstein steht sehr prominent auf der Loog in Münchenstein. Das Haus Gottes dient den Gläubigen als Ort der Begegnung im Gottesdienst, sowie der Stille und Besinnung. Wenn man den Bau von aussen betrachtet, sieht man sehr gut, dass eine Renovation notwendig ist. Betritt man die Kirche, empfängt den Besucher eine Schiffskirche oder Wegekirche, welche nach der Liturgieform des 2. Vatikanischen Konzils zu einer „Arenakirche“ umgebaut wurde. Dem neutralen Betrachter wird dies etwas fremd vorkommen, da die jetzige Ausrichtung nicht mit der ursprünglichen Bauform übereinstimmt. Die letzte Renovation der Kirche ist mehr als 45 Jahre her. Heute sind dringend bausubstanzerhaltende Massnahmen nötig. Wegen dieses Zustandes ziehen das Seelsorgeteam und der Kirchgemeinderat (KGR) eine Innen- und Aussenrenovation in Betracht. Viele Gesichtspunkte müssen dabei berücksichtigt werden. Für viele Gläubige aus Münchenstein ist die Kirche der Ort, wo man sich begegnet, feiert und Gemeinschaft pflegt. Die Innenrenovation würde die Pfarrei zusammenführen und stärken. Zudem ist die Kirchgemeinde ein wichtiger Teil des sozialen Lebens in der politischen Gemeinde Münchenstein.

An der Kirchgemeindeversammlung vom 26. November 2017 wurde mit grossem Mehr die Aussen- wie auch die Innenrenovation von den Kirchgemeindemitgliedern angenommen.

Die Innenraumgestaltung aus liturgischer und pastoraler Sicht

Mit dem Raum, nicht gegen den Raum feiern
Die Umgestaltung der Kirche Anfang der 1970er Jahre – noch während der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils – war ein mutiger Schritt. Die Liturgie hatte sich über Jahrhunderte kaum verändert; entsprechend hatte man keine Erfahrung mit der Umgestaltung von liturgischen Räumen. Inzwischen ist die Erkenntnis gewachsen, dass die Gegebenheiten der Raumstruktur nicht ausser Acht gelassen werden dürfen. Die Erfahrung zeigt, dass man nicht gegen den Raum feiern darf.

Wegekirche
Die Pfarrkirche ist ein ausgerichteter Bau. Schon beim Betreten der Kirche werden die Blicke nach vorne zum Chorraum gezogen. Der sogenannten Wegekirche steht die theologische Vorstellung zugrunde, dass die kirchliche Gemeinschaft nicht sich selber genügt, sondern offen ist für Gott, auf ihn hin ausgerichtet, unterwegs zu Christus, der ihr entgegenkommt. Wie in vielen anderen Kirchen blickt die Versammlung nach Osten, sie orientiert sich in Richtung der aufgehenden Sonne, die seit jeher ein Symbol für Christus ist.
Wegekirchen gibt es seit den Anfängen des Kirchenbaus und sie entsprechen gut dem heutigen Verständnis von Kirche: Sie bildet keine geschlossene Gemeinschaft, sondern ist mit allen Menschen guten Willens auf dem Weg. Die ausgerichtete, offene Form des Kirchenraums erleichtert den Zugang auch für jene, die nicht zum Kern der Pfarrei gehören oder die sich als Gäste für den Glauben interessieren.

Altarraum im Kirchenschiff
Bei der projektierten Neugestaltung des Innenraums geht es nicht darum, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, sondern die Anliegen der Liturgiereform, besonders den Gemeinschaftscharakter und die tätige Teilnahme aller Getauften, mit dem Gedanken der Wegekirche zu verbinden. Aus diesem Grund wird der Altarraum in das Kirchenschiff vorgezogen. Der Altar und der Ambo, der Taufstein und die Sitze derer, die den Gottesdienst leiten, stehen im Blickfeld der Gemeinde. Gleichzeitig gibt es Freiraum für verschiedene Gottesdienstformen.

Varianten
Das Projekt besteht aus drei aufbauenden Bausteinen. Erstens müssen die bauerhaltenden Massnahmen durchgeführt werden (Variante 0). Die Innenraumsanierung ist in zwei weiteren Modulen angedacht.

Variante 1: Umgestaltung in Wegekirche. Damit verbunden sind das Ausebnen des Bodens sowie die Freilegung der ursprüng-lichen Kassettendecke.

Variante 2: Mit diesem zusätzlichen Baustein wird die Orgel aus dem Chorraum auf die Empore verlegt. Gleichzeitig werden zwei Fenster im Chor wieder geöffnet. Als Zusatz ist neues liturgisches Mobiliar im Budget enthalten.

An der Kirchgemeindeversammlung vom 26. Nov 2017 wurden alle Varianten zur Abstimmung vorgelegt. Es wurde einstimmig eine Innenrenovation gutgeheissen mit der Variante, dass die Orgel im Chorraum verbleiben soll. Es wird darauf geachtet, dass die Orgel nicht allzu sehr die Blicke auf sich zieht, sondern durch eine entsprechende Gestaltung die Ausrichtung auf Gott zum Tragen kommt. Das kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass im Chorraum ein Kreuz platziert wird.

Eine einladende Kirche für die Menschen in Münchenstein
Auch angesichts der unsicheren Zukunft der Kirche (und der Gesellschaft) ist es sinnvoll in das Kirchengebäude zu investieren. Denn das Gotteshaus ist – besonders an diesem herausragenden Standort –  ein wichtiges Zeichen dafür, wie sich die kirchliche Gemeinschaft in Münchenstein versteht und wie sie wahrgenommen werden will: als eine Kirche, die mitten im Leben steht und für die Menschen da ist.
Der Kirchenraum soll darum einladend wirken, ansprechend und würdig gestaltet sein. Glaubende, Fragende und Trost Suchen-de sollen sich darin wohl fühlen und etwas von der befreienden Botschaft des Evangeliums spüren, sei es im Gottesdienst oder bei der persönlichen Besinnung. Ein schöner, als Wegekirche gestalteter Raum eignet sich auch für Hochzeiten, für Konzerte und andere passende Veranstaltungen.

Geschichtlicher Ablauf

  • Die Kirche wurde im Jahre 1935 fertiggestellt und der Kirchgemeinde übergeben.
  • Vom 11.10.1962-8.12.1965 fand in Rom das 2. Vatikanische Konzil statt. Es gab in vielen Richtungen Beschlüsse, welche die röm.-kath. Kirche einer Neuorientierung unterwarfen und das Gesicht der Kirche veränderten. Einige dieser Beschlüsse betrafen auch die Liturgie. Dabei sollten die Gläubigen als Gemeinde aktiv ins liturgische Geschehen einbezogen werden, und die Zentrierung auf den Priester sollte zurücktreten.
  • Diese Vorschläge wurden in Münchenstein sehr ernst genommen und schon im Juni 1964 (das Konzil war noch im Gange) wurde die Bildung einer Kommission „Studium der Kirchenraumfrage“ beschlossen.
  • Im Februar 1967 wurde eine weitere Kommission gebildet. Das Projekt „Vatikanum“ beinhaltete: Innen- und Aussen-renovation, eine neue Orgel, den Verzicht auf eine Werktagskapelle und den Neubau der Sakristei. Vom 18.4. bis 24.12. 1971 fand der Umbau zur heutigen Situation statt.
  • Diese Neukonzeption gab immer wieder Anlass zu Diskussionen schon wenige Jahre nach dem Umbau. Das Konzept der dreischiffigen Ausrichtung stimmt nicht mit der Querstellung des Kirchenraumes überein. Ein „Rückbau“ lehnte die Kirchgemeinde 1979 ab. Die Gründe dafür waren die hohen getätigten Investitionen, welche kurz vorher zum Umbau gemacht wurden. Ebenso waren einige kleine Korrekturen als Notbehelf keine Option.
  • Seit der Umgestaltung von 1971 sind keine grösseren Instandstellungsarbeiten mehr gemacht worden.

Aktueller Stand

Grundsätzlich ist eine Renovation einer Kirche im Abstand von 30 Jahren nötig. Mit den über 45 Jahren seit einer grösseren Renovation, ist es nun an der Zeit, die Werterhaltung der bestehenden Substanz anzugehen. Deshalb hat sich im Herbst 2016 der Kirchenrat zusammen mit Pfarrer Daniel Fischler entschieden, das Architektenbüro Flubacher-Nyfeler mit einer Analyse zu beauftragen. Dabei wurde nicht nur die Zustandserfassung in Auftrag gegeben, es sollten auch erste Konzepte für eine Neu-gestaltung des Innenraumes gemacht werden.

Die Baukommission wird in regelmässigen Abständen zusammen mit dem Architektenteam tagen und bis zur KGV am 17. Juni 2018 eine Detailvariante mit genauer Kostenzusammenstellung zur Abstimmung vorlegen. Es ist geplant die Sanierung der Kirche von März 2019 bis Dezember 2019 in ca. 9 Monaten zu realisieren.

Baumängel

In der Folge sieht man einige Bilder aktueller Baumängel, welche behoben werden müssen. Nach der Sanierung sind die Gebäudehülle und die Haustechnik wieder für 2-3 Jahrzehnte aufgerüstet, instand gestellt und funktionstüchtig.

Finanzierung der Kosten

Bei der Betrachtung der Finanzierung stehen Subventionen der öffentlichen Hand sowie Eigenmittel als auch private Sponsoren-beträge zur Verfügung. Bei allen Beträgen in der unten aufgeführten Tabelle handelt es sich um Annahmen, welche sich in der Wirklichkeit noch bestätigen müssen.
Dem Kirchgemeinderat ist es ein Anliegen, dass die Kirchgemeinde keine übermässigen Schulden machen muss. Dazu ist es wichtig, dass die Finanzierung breit abgestützt und mit möglichst vielen Eigenmitteln erbracht werden kann.

Varianten:
0 Bauerhaltende Massnahmen
1 Kircheninnenrenovation, Umgestaltung in Wegekirche

Varianten

 

01A
Kosten1‘100‘0001‘500‘000

Total der Kosten inklusive Vorstufe

 

1‘100‘0002‘600‘000
Finanzierung
Rückstellungen (Eigenmittel)850‘000
Bausubventionen242‘000330‘000
Sponsoring
Private200‘000
Stiftungen100‘000
Firmen50‘000

Total der Einnahmen inkl. Vorstufe

 

1‘092‘0001‘772‘000
Fehlender Betrag8‘000828‘000
Abzahlung der Schulden* (Jahre)21

Die Berechnung der Anzahl Jahre der abzuzahlenden Schulden basiert auf der Annahme von einem Hypothekarzins von 2%. Des Weiteren rechnet die KG mit einem Budgetüberschuss von ca. 50‘000 CHF basierend auf dem normalen Steuersatz von 8.8% der normalen Staatssteuer (gemittelt über die letzten 5 Jahre inklusive einer Marge von ca. 50%).
In den obigen Betrachtungen sind auch Einnahmen von Privaten in der Grössenordnung von 200‘000 bis 250‘000 CHF einge-rechnet. Als Idee kommt hier z.B. ein Kirchenbankverkauf in Frage.
Wichtiger Punkt: Alle getätigten Spenden können steuerlich vom Einkommen in Abzug gebracht werden.

Wir möchten Sie herzlich bitten, das Projekt Kirchenrenovation zu unterstützen.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Grosszügigkeit.

Spendenkonto:
Postfinance zu Gunsten Röm.-Kath. Kirchgemeinde Münchenstein, Loogstrasse 22, 4142 Münchenstein
Vermerk: Spende Kirchenrenovation
Konto No: 41-448105-2
IBAN CH16 0900 0000 4144 8105 2

Diese Informationen sind durch die Pfarreileitung und den Kirchgemeinderat erstellt worden.
Die Pfarreileitung und der Kirchgemeinderat