Helfen und helfen lassen

Es ist nicht leicht, sein Kreuz zu tragen. Das hat Jesus auf seinem Weg nach Golgata erfahren müssen. Er, der so vielen anderen geholfen hat, war in einer hilflosen Situation. Simon von Kyrene wurde von den Soldaten geholt um ihm beim Tragen seiner Last zu helfen. Immer wieder gibt es Menschen, die unter ihren Lebensumständen leiden oder sich in einer Krisensituation befinden.

Autonomie und Selbständigkeit sind wichtige Werte in unserer Gesellschaft. Alle möchten sich auf die eigenen körperlichen und geistigen Kräfte verlassen können. Wenn dies nicht möglich ist, braucht es viel Überwindung um nach Hilfe zu fragen. Fachstellen aber auch Freiwillige sind bereit, sich für ihre Nächsten einzusetzen. Vor kurzem hat eine Gruppe freiwilliger Begleitpersonen einen Palliativecare-Kurs des Schweizerischen Roten Kreuzes besucht. Sie sind nun befähigt Langzeit- und Schwerkranke sowie Angehörige in ihren Alltagssituationen zu unterstützen. Die Ministrantinnen und Ministranten assistieren den Seelsorgenden in den Messen und haben die Blumen in Münchenstein gepflanzt, damit wir uns alle daran erfreuen. In den Workshops Steuererklärung haben im März 22 Personen Unterstützung von einer Fachkraft erhalten und angenommen.

Verstehen wir Unterstützung von Dritten nicht als Schwäche, sondern finden wir durch ihre Hilfe zu grösserer Kraft. Damit wir in unserer neuen Stärke anderen wieder helfen können. Deshalb sei ein grosser Dank ausgesprochen an alle Helfenden und Hilfesuchenden für ihr Vertrauen ineinander, ihre Offenheit und gegenseitige Stärkung. Denn wie es in unserer Bundesverfassung steht: «…die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.»

Eveline Beroud