Bilder des Karfreitags

Das Bild des Fasnächtlers im Wochenblatt vom 5. März 2020 wäre mit seiner Traurigkeit zum Sinnbild dieser Zeit geworden, wäre es nicht schon übertroffen von dem überall herrschenden Gefühl von Ohnmacht, Angst, Einsamkeit, Ungewissheit. Dann ist da noch das Leid der Erkrankten und Isolierten. Der Mystiker Johannes Tauler sagt: «Ein Leid muss der Mensch immer tragen» – ob das Leid Sinn macht oder nicht. Den Karfreitag wie gewohnt in Gemeinschaft zu feiern, bleibt uns diesmal verwehrt.

Doch es bietet sich die Chance, sich individuell auf die Dramatik des Leidens Jesu einzulassen. Vielleicht erschliesst sich mir das Bild des schmerzgekrümmten Leibes, der noch die Male der Folter trägt, insofern neu, als es mich einstimmt auf die Solidarität mit jedem, der leidet, und mich tröstend wahrnehmen lässt, dass Gott meinen Leidensweg bis zum Ende mitgeht. Dann entflammt sich in mir die Dankbarkeit und die Sehnsucht nach ihm. Dies könnte eine ungeahnt fruchtbare Vorbereitung auf Ostern sein.

Sylvester Ihuoma, Arlesheim-Münchenstein