Die heiligen drei …Öle

Am Montag der Karwoche steht unser Bischof in der Kathedrale in Solothurn einem feierlichen Gottesdienst vor, der Chrisam-Messe. Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Regionen des Bistums nehmen daran teil. Der Bischof segnet in der Feier drei Öle: das Katechumenenöl, das Krankenöl und das Chrisamöl. Es handelt sich um Olivenöl oder ein anderes pflanzliches Öl, ihm fügt der Bischof in der Feier Duftstoffe bei.

Das wichtigste Öl, das Chrisam, wird vor allem bei der Taufe und Firmung verwendet. Im Alten Testament unterstreicht eine rituelle Salbung die besondere Würde und Verantwortung von Königen, Priestern und Propheten und zeichnet diese als von Gott Gesegnete und Beauftragte aus. Im diesen Sinn wird auch Jesus der Gesalbte (Christus) genannt. Das Öl erinnert die Getauften und Gefirmten an ihre Würde und Verantwortung als Christinnen und Christen. Eine Salbung mit Öl tut gut, sie belebt den Körper und gibt neue Kraft. Das wissen die Menschen im Mittelmeerraum seit alters her. Daran knüpft das Krankenöl an, mit dem schwer Erkrankte gesalbt werden. Die Krankensalbung ist verbunden mit dem Gebet um Stärkung und Heilung. Schliesslich gibt es das Katechumenenöl. Es nimmt die schützende und pflegende Funktion von Salböl auf. Wer sich als Erwachsener auf die Taufe vorbereitet, wird vor dem Tauftermin einmal oder mehrmals in einem Gottesdienst mit Katechumenenöl gesalbt. Die Salbung soll die Taufbewerber (Katechumenen) auf ihrem Weg zur Taufe bestärken und sie in der Abkehr von den Gewohnheiten des alten Menschen unterstützen. Nach der Chrisam-Messe nehmen die Gottesdiensteilnehmenden die Öle in ihre Regionen mit. Am Dienstag holen unsere SakristanInnen sie in Aesch ab. So stehen ab Ostern wieder frisch zubereitete und gesegnete Öle für die verschiedenen Feiern bereit.

Josef-Anton Willa