Eingeladen zum Tanz der Auferstehung

 

Liebe Pfarreiangehörige,

Herausragend, faszinierend, geheimnisvoll sind die Pyramiden. Ein imponierender Versuch der Pharaonen in Ägypten, auf Erden die Ewigkeit abzubilden. Doch ein zum Scheitern verurteilter Versuch? Getrieben von der furchtbaren existentiellen Angst vor dem Nichts oder doch von der lähmenden Bedrohlichkeit der Vergänglichkeit, der Nacht des Todes? Unumstritten bleibt, dass die Erfüllung dieser Hoffnung bis heute immer noch auf sich warten lässt.

Im Gegensatz zu dem, ertönt eine bis dahin unfasslichste aber verheissungsvolle Ankündigung: «Verschlungen ist der Tod vom Sieg» so Paulus. Die absolute Konstante, der Tod, verliert hiermit seine lähmende Bedrohlichkeit. Halleluja, «Er ist wahrhaftig auferstanden».  Ungeheuer ist diese Botschaft und bildet die Mitte unseres christlichen Glaubens.

Bildlich dargestellt von Anne Seifert, trommelt der Auferstandene, und lädt uns ein zum Tanz der Auferstehung. Wer das Echo seiner Trommeln zu hören gewillt ist, kann tanzen. Sein Trommelschlag, gewaltig wie ein Sturm, dennoch so rührend und befreiend, setzt alles in rhythmische Bewegung, löst alles Erstarrtes auf, erweckt längst vergrabene Sehnsucht und Hoffnung. Der Schlag ist ergreifend, vertreibt Ängste. Der bis dahin vorherrschende Totentanz muss unweigerlich ausweichen für den erlösenden Tanz der Auferstehung. Nicht mehr der Tod, sondern das Leben spricht das letzte Wort. Nicht mehr versklavt an das Böse sind die Menschen, sondern erhalten eine wunderbare Berufung, zur Freiheit, zum Leben.

Daher sind wir eingeladen zum Fest des Glaubens. Es ist ein Fest des Aufstands gegen den Tod, und für das Leben, auch mitten in der Krise unserer Kirche.  Denn, es ist nicht zu überhören, wie manche Gläubigen durch viele negative Schlagzeilen in jüngster Zeit erschüttert werden.  Es ist nicht verwunderlich, dass manche der Bekundung des jüdischen Auschwitz-Überlebenden beipflichten werden: «Ich werde das Halleluja weinend singen». Sie wünschen sich für ihre Kirche einen neuen Aufbruch und beten dafür.

Vielleicht und gerade deswegen, wollen wir das Osterfest feiern. Ich wünsche allen die Fülle der Osterfreude. Es ist die Freude über unsere Erlösung.

Pfr. Sylvester Ihuoma

 

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