Flüchtlinge aus der Ukraine seit anfangs Woche bei uns im Pfarrhaus

In der Bibel zieht sich durch das Alte Testament hindurch das Schicksal der Israeliten als ein Volk auf der Flucht in der Fremde. Die Welt ist bis in die heutige Zeit voller Flüchtlinge. Diese Menschen mit häufig schrecklichen Schicksalen sind für uns in der Schweiz meist in sicherer Entfernung, in Auffanglagern oder sogar nur in der Presse oder im Fernsehen. Seit Jahren rücken uns diese Tragödien unaufhaltsam näher. Die aktuelle Welle der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in der Ukraine hat ein rasches Handeln erfordert. Nach dem Aufruf der katholischen Landeskirche Baselland hat sich der Kirchgemeinderat Arlesheim entschieden, die zurzeit leer stehende Pfarrwohnung im Pfarrhof für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Der gemeinnützige Verein TerraNea hat uns 2 Mütter mit einer 13 jährigen Tochter, einer 9 jährigen Tochter und einem 8jährigen Sohn zugeteilt. Am Dienstag ist dann noch eine weitere Mutter mit ihrer 9 jährigen Tochter dazu gekommen. Sie stammen aus der Stadt Charkiw, welche östlich von Kiew an der Grenze zu Russland liegt. Eine Gruppe von Freiwilligen unserer Pfarrgemeinde unter Führung von Rita Hagenbach hat sich für die wichtige Betreuung der Flüchtlinge dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Viele Helfer haben bereits mit Ihren Sachspenden die leerstehende Wohnung bewohnbar gemacht. Unser Vinzenzverein hat unkompliziert finanzielle Hilfe gesprochen. Die Kinder werden ab Donnerstag unsere öffentlichen Schulen besuchen und ebenso wie die Erwachsenen zusätzlich überregionalen Deutschunterricht erhalten. Zur Überbrückung wird der Deutschkurs für die Frauen noch ehrenamtlichen Frauen aus Arlesheim gewährleistet. Mütter und Kinder sind sehr dankbar und glücklich, dass sie hier so herzlich aufgenommen werden.

Die Mitmenschen aus der Ukraine werden den Schutzstatus S erhalten, d.h. eine unbürokratische, vorübergehende Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz ohne ordentliches Asylverfahren. Die Bedürfnisse unserer Gäste werden wir mit der Zeit erfahren. Gerne sind konkrete Hilfen willkommen, wie z.B. Übersetzerdienste vom Russischen ins Deutsche, Hilfe bei Behördengängen oder Einkaufen, etc. Wer hier Hand bieten kann, darf sich gerne im Pfarreisekretariat am Domplatz in Arlesheim melden.

Papst Franziskus wird nicht müde zu betonen, dass sich die Kirche immer am caritativen Dienst messen lassen muss. Er warnt davor, dass wir uns an Zustände «gewöhnen», die christlich gesehen vollkommen unhaltbar sind. Wir verstehen uns als weltweite Kirche und möchten daher trotz der aktuellen Krise in der Ukraine die unzähligen menschlichen Tragödien der weltweiten Brennpunkte nicht vergessen.     

Im Namen des Kirchgemeinderates Georg Meffert