Fusswaschung am Hohen Donnerstag

Jedes Jahr am Hohen Donnerstag habe ich früher mit der Arche „Im Nauen“ in Hochwald und Dornach die Fusswaschung erlebt. In einer besinnlichen Atmosphäre war jeder einmal der Waschende und einmal der, der die Füsse gewaschen bekam.

Wenn dabei eine Bewohnerin mit einer geistigen Behinderung einer Assistentin die Füsse wusch, die in pflegerischen Belangen ihre Begleiterin war, dann wurde dadurch das im Alltag unvermeidbare Gefälle zwischen der, die hilft, und der, der geholfen wird, umgekehrt. Es wurde sichtbar: Ihre Beziehung ist keine Einbahnstrasse. Beide geben und empfangen. Ich war oft Zeuge, wie liebevoll und mit Stolz Bewohner der Arche ihren Begleitern die Füsse gewaschen haben. Das Ritual wurde damit abgeschlossen, dass der Gewaschene für einen stillen Moment die Hände zum Segen und Dank dem anderen auflegt. Jesus in Johannes 13: „Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füsse gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füsse waschen!“

Thomas Wittkowski, Dornach-Gempen-Hochwald

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