Heilige Corona

Das Jahr 2020 wird wahrscheinlich als «Coronajahr» in die Geschichte eingehen. Wir haben gelernt, die Hände korrekt zu waschen, und Social Distancing hat für einen neuen gesellschaftlichen Umgang gesorgt. Beliebte Basler Bräuche sind dieser Pandemie zum Opfer gefallen, die Fasnacht und nun auch die Herbstmesse. «Corona» ist in aller Munde.

Wussten Sie aber, dass die kath. Kirche tatsächlich eine Heilige Corona kennt? Der Legende nach lebte Corona im 1. Jh. im heutigen Syrien. Im Alter von erst 16 Jahren starb sie den Martertod, indem sie mit zwei gebeugten Palmen beim Emporschnellen zerrissen wurde.

«Corona» ist lateinisch und bedeutet «die Gekrönte». Ob dies der richtige Name der jungen Christin war oder  ob sie ihn erst «post mortem» als Beiname bekommen hat, ist unklar. Klar ist nur:

das Coronavirus SARS-CoV-2 hat seine Bezeichnung nicht wegen der Heiligen, sondern aufgrund seiner kronenähnlichen Form unter dem Mikroskop.

Laut dem ökum. Heiligenlexikon soll die Hl. Corona die Schutzpatronin der Schatzgräber und Metzger sein. Ausserdem hilft sie bei Geldangelegenheiten und bringt den Lotterie-Spielern Glück. Eine kuriose Parallele zur jetzigen Pandemie gibt es doch: sie soll auch Fürsprecherin gegen Seuchen und Unwetter sein.

Niemand kann voraussagen, wie sich die Situation entwickeln wird. Vielleicht kann die Hl. Corona uns Halt und Fürsprecherin sein in dieser ungewissen Zeit. Wir wünschen eine gute zweite Sommerhälfte und viel Geduld weiterhin mit den Schutzmassnahmen.

Sonja Lofaro, Religionspädagogin