Höhen und Tiefen

Unser Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Höhen und Tiefen erreichen uns meist unverschuldet. Und nun steht im Jahreslauf eine Zeit vor uns in der es Höhen und Tiefen gibt, eine bewegte Zeit also. Wir dürfen sie ganz eigen gestalten. Das ist ein Privileg.

Am Erscheinungstag dieses Pfarrblattes begeht man an vielen Orten den «Schmutzigen Donnerstag», den Auftakt zur Fasnacht. Ob die Fasnacht heute beginnt oder für viele erst mit dem Morgestraich, ist eigentlich nicht wichtig. Fasnacht ist überall die Zeit der Ausgelassenheit. Musik und Verkleidung spielen eine Rolle. Hinter den Larven und Masken dürfen wir die sein, die wir sonst nicht sind. Viele von uns begehen diese Hoch-Zeit mit Freunde und setzen einiges an Vorbereitungszeit ein, damit dann alles stimmt. Diese Zeit der Ausgelassenheit endet mit dem Aschermittwoch (in Basel etwas verspätet mit dem Endstreich). Mit dem Aschermittwoch beginnt die österliche Busszeit. 40 Tage in denen es um einiges ruhiger ist als an der Fasnacht und die uns aus den «Höhen» wieder zurück holen auf den Boden. Mit dem Empfang des Aschenkreuzes soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. «Kehrt um und glaubt an das Evangelium!» wird uns in der Liturgie des Aschermittwochs zugerufen. Als Christen und Christinnen haben wir 40 Tage Zeit in die Tiefe zu gehen und uns vorzubereiten auf die nächste Hoch-Zeit: das Osterfest. Die 40 Tage werden intensiv sein. Wir werden manche Höhen und Tiefen erleben. Der Jubel am Palmsonntag, das letzte Abendmahl und der Verrat am Gründonnerstag, Jesu Leiden und Sterben am Karfreitag. Höhen und Tiefen, wie sie konzentrierter nicht sein können. Aber wir wissen: Es endet in der Hoch-Zeit, in der Auferstehung von Jesus Christus, die wir in der Osternacht feiern. Nützen wir die Chance in den kommenden Wochen in die Tiefe zu gehen und unsere Masken abzulegen, damit wir bereit sind auch wieder in die Höhen zu steigen.

Sibylle Hardegger

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