Kirche und Behinderung

Das UNS macht die Kirche aus. Und dieses UNS darf und soll vielfältig sein. Manchmal benötigen Menschen individuelle Unterstützung für die Partizipation. Unsere Kirchgemeinderäte setzen sich für den barrierefreien Zugang zum Dom und den zweckmässigen Umbau der Kirche in Münchenstein ein. Dabei werden die Bedürfnisse von Menschen mit einer Behinderung wahrgenommen und in Zusammenarbeit mit den Pfarreiräten, dem Denkmalschutz und der Fachstelle für hindernisfreies Bauen umgesetzt. Die Inklusion ist ein Ziel des Zusammenlebens in den Pfarreien. Menschen mit oder ohne Behinderung wirken mit ihren mannigfaltigen Fähigkeiten und individuellen Möglichkeiten am Pfarreileben mit. Dabei kann immer wieder erlebt werden, wie der Umgang mit behinderten Menschen bereichernd ist. Als ein Beispiel sind junge Ministranten hervorzuheben, die seit Jahren mit Begeisterung die Gottesdienste mitgestalten. Soraya Richenberger, die Mutter des mehrfachbehinderten Joël, begleitet ihren Sohn zu jedem Ministranteneinsatz: «Neben der Tätigkeit in meinem spirituellen Zentrum in Arlesheim wende ich hauptsächlich Zeit für die Betreuung und Pflege meines behinderten Sohnes auf. Dabei ist es für ihn sehr wichtig, dass er regelmässig als Ministrant an den Gottesdiensten teilnehmen kann. Vor allem das Zeichen des Frieden-Schenkens im direkten Kontakt mit den Gottesdienstbesuchern erfüllt ihn mit grosser Freude.» Dieses Mitwirken in der Gemeinschaft ist wichtig und gewünscht. «Steh auf und stell dich in die Mitte», sagt Jesus zu dem Mann mit der gelähmten Hand (Mk 3,1-6). Dies soll uns Anleitung sein, Menschen in ihrer Individualität anzunehmen und in den Kreis der Gläubigen willkommen zu heissen.

Eveline Beroud, Sozialarbeiterin