Nur ein Stück Brot?

Nur zur Stillung des leiblichen Hungers? Nein, darin steckt viel mehr! Es trägt das Label «Brot des Himmels» und ist doch den Menschen angeboten. Unglaublich? Aber bleibt das Wesentliche den Augen nicht oft verborgen?  «Unser tägliches Brot gib uns heute», so beten wir, und sind uns doch bewusst: «Nicht von Brot allein lebt der Mensch» (Mt 4,4). Es wird wohl mit dem Mund empfangen, schmeckt aber erst im Herzen. Ein Stück Brot unter über 600 Sorten? Ja, auch.

Jedes Brot verdankt sich dem fruchtbaren Boden, dem Regen, der Sonne, und der menschlichen Arbeit. Aber erst beim Teilen schmeckt es wirklich. Wer hat das nicht schon erfahren? – Bei Freunden eingeladen, empfängt mich schon an der Wohnungstür der feine Duft des Brotes. Ich kann es kaum erwarten, einen Bissen davon zu geniessen. Das Brot schmeckt nicht nur köstlich, es kommt mir vor wie von Liebe und Freundschaft umhüllt. Das Teilen des Brotes wird zu einem freudigen Anlass, ein Stück Himmel auf Erden. Nun begreife ich es allmählich: Menschen sind es, die diesem Brot den einzigartigen Geschmack verleihen, und die die Atmosphäre dafür schaffen, wenn sie es mit mir teilen. Das «himmlische» Brot knüpft hier an: Siehe und erkenne im Glauben, Jesus, das Brot des Lebens! Er sagt: “Nimm und iss, lass dich auf mich ein, ich bin es, meine ganze Liebe für dich. Ich bin da für dich im Stück Brot.” Es ist das Brot der Beziehung. Unsere Erstkommunionkinder dürfen ihn empfangen, dürfen in diesem Stück Brot seine Liebe und Freundschaft schmecken. Wenn sie uns fragen, wonach es schmeckt, sagen wir ihnen: Gib du selber dem Brot Geschmack, indem du es teilst. Für die Tischgemeinschaft mit Jesus sind wir dankbar.

Sylvester Ihuoma

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