Von guten Eltern

Vielleicht kennen sie die Geschichte des kleinen Hasen, der nach dem Umfang der Liebe seiner Eltern fragt und als Antwort erhält: Bis zum Mond und wieder zurück. Als Mutter von Zwillingen kenne ich den Wunsch, meine Brut auf den Mond zu schiessen. Aber auch hier gilt: und wieder zurück. Ich wage zu behaupten, dass es kaum etwas Grösseres gibt als Elternliebe. Was tun Eltern nicht alles, und überschreiten dabei oft eigene Grenzen und Kräfte. Aber was tun gute Eltern eigentlich? Sie spazieren nächtelang mit dem Kind im Arm durch die Wohnung, ermöglichen Förder- und Freizeitkurse, kochen gesund und frisch, unterstützen bei Schulaufgaben, erfinden die tollsten Spiele und Lieder, vernetzen ihre Kinder mit anderen Gspänli, führen sie an Musik und Kultur heran, erziehen gendergerecht und machen mitternächtliche Fahrdienste. Sie wählen pädagogisch wertvoll Fernsehprogramme und Computerspiele aus und überwachen die Chat-Tätigkeit ihrer Minderjährigen, etc. Dann hat aber noch niemand Geld verdient, der Haushalt ist nicht geführt, für die täglichen Bedürfnisse ist nicht eingekauft, und ein schöner Paarabend hat auch nicht stattgefunden. Dabei auch noch gut auszusehen, ist schlicht eine Überforderung.

Ich glaube, wir dürfen uns davon verabschieden, gute Eltern sein zu müssen, wie es die Gesellschaft zum Teil erwartet. Lassen wir uns inspirieren von der Rede Jesu, der seinen Gott zärtlich Abba – Vater – nennt. Gott als Vater und Mutter, gütig, präsent, um die eigenen Kinder wissend. In ständiger Zusage freie Entscheidungen zulassend und verzeihend. Aber auch Grosses zutrauend –  im Wissen darum, oft auch verkannt und nicht verstanden zu werden. Umso schöner, wenn Kinder ihre Eltern ehren, wie es in den 10 Geboten angeführt wird. Der Muttertag gibt Gelegenheit dazu: und zwar bis auf den Mond und wieder zurück!

Andrea Vonlanthen

 

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