Zeugen des Auferstandenen in der Welt

Liebe Pfarreiangehörige,
Die Karwoche und besonders die Feier der Osternacht ist die unübertreffliche Erinnerungsfeier der Mysterien Christi. Sie hat es in sich, denn laut einem jüdischen Sprichwort ist die Erinnerung das Geheimnis der Erlösung. Insofern bleibt keiner unberührt, der sich auf diese Feier einlässt.

Die Osternacht mit Ihnen und Euch zum ersten Mal erlebt zu haben, vor allem in betender und stärkender Gemeinschaft beider Pfarreien, hat mich mit Freude und Zuversicht erfüllt. Dafür möchte ich allen Teilnehmenden danken.

Mit der Taufe und Aufnahme eines Erwachsenen, sowie der Stärkung im Glauben zusätzlicher fünf Erwachsener durch den Empfang des Sakramentes der Firmung, konnten wir uns auf unser neues Leben aus Gottes Geist besinnen.

In dieser Nacht der Nächte, geprägt besonders durch die Symbolik von Dunkelheit und Licht, mussten wir uns für lange Zeit dem Dunkel des eigenen Lebens und unserer Welt aussetzen und es aushalten, bis zum lang ersehnten Eintritt des freudigen und erlösenden Lichtes des Auferstandenen. Daher die Einladung der Predigt, die Wundmale in den Blick zu nehmen: «Denn der Auferstandene hat die Verwundungen seines Lebens- und Liebeszeugnisses selbst in seiner Auferstehung nicht verdeckt, verschleiert oder verdunkelt.» Daher die erlösende Einladung, eigene Wunden und Enttäuschungen als Einzelne und als Gemeinschaft in die Wundmale des Auferstandenen hinein zu legen. Denn nur so lassen wir uns im wahrsten Sinne «greifen und ergreifen» vom Licht des Auferstandenen. Die zweite Botschaft der Osternacht besteht darin, beflügelt durch die Erlösungstat Jesu Christi, «los gehen» und «aufbrechen» zu wollen, um des Menschen und um Gottes Willen, wie die Frauen nach ihrer Erfahrung am Grab.
Wir als Seelsorgeeinheit sind losgegangen und aufgebrochen, und dies schon seit einiger Zeit. Aber auch heute noch dürfen wir aufbrechen, um unter Menschen in Not überall auf der Erde ein Zeugnis unserer Begegnung mit dem Auferstandenen abzulegen. Wir tun es nicht nur im Gebet, sondern auch tatkräftig durch unsere Spenden. Wir tun es auch durch unsere gewachsenen Beziehungen mit Ecuador (Manglaralto, Münchenstein), Haiti und Syrien (Eine-Welt-Gruppe Arlesheim). Ich danke Ihnen für dieses Zeugnis und ermutige uns alle, diese Projekte weiterhin zu unterstützen. Und für alle Freiwilligen in diesem Gebiet erbitte ich Gottes reichen Segen.

Pfr. Sylvester Ihuoma

 

Fotos: Carla Hagenbach